Das Hungern als Ziel?

(Frage 175) Einleitung: Ein Herr schickte mir zusammen mit seinem Brief einen Artikel eines Maulvī (Gelehrten), mit der Bitte um Stellungnahme. Dazu wurde hier eine Untersuchung niedergeschrieben. Im Folgenden werden beide Texte wiedergegeben:

Artikel: Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf eine sehr notwendige Korrektur im Zusammenhang mit dem Fasten im Ramaḍān lenken, da Sie, soweit ich mich erinnere, bisher auf diesen wichtigen Punkt nicht hingewiesen haben.

Es ist unbestritten, dass das eigentliche Ziel des Fastens im Ramaḍān darin liegt, die tierische Triebkraft (quwwat bahīmiyya) zu schwächen und die engelgleiche Kraft (quwwat malakiyya) zur Vorherrschaft zu bringen. Deshalb hat der Gesetzgeber (shāriʿ) den Menschen für einige Tage von jenen Reizen und Stimuli abgehalten, die die tierische Triebkraft erregen – also vom Essen und Trinken sowie vom geschlechtlichen Genuss mit der Frau. Wenn man diese drei Dinge unterlässt, ist die materielle Seite des Fastens erfüllt. Darum haben die Kenner der Geheimnisse der Religion (ʿilm asrār ad-dīn) als Bedingung für die Vollendung des Fastens hervorgehoben, dass man die Nahrung soweit wie möglich einschränken soll.

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Kontinuität nach Ramaḍān: Ein Beginn, kein Ende

Nach Ablauf des Ramaḍān erleben viele einen spirituellen Stillstand. Es ist jedoch entscheidend, die eigenen Bemühungen (auch wenn weniger als im gesegneten Fastenmonat) nahtlos fortzusetzen, um Stagnation oder, Allāh bewahre, einen Verfall zu verhindern. Möge die folgende Übersetzung aus dem berühmten Werk „Laṭāʾif al-Maʿārif fīmā li-Mawāsim al-ʿĀm mina al-Waẓāʾif“ von Ḥāfiẓ Abū al-Faraj Ibn Rajab al-Ḥanbalī (gest. 795 n.H.) den aufrichtig Suchenden zur Inspiration und Ermahnung dienen. An dieser Stelle seines Buches nennt Ḥāfiẓ Ibn Rajab (raḥimahullāh) fünf besondere Vorzüge des regelmäßigen Fastens im Schawwāl – also unmittelbar nach dem Fastenmonat Ramaḍān – und hebt die Bedeutung der Standhaftigkeit (istiqāmah) im Gehorsam gegenüber Allāh auch nach dessen Ende hervor.

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